Asthma bei Jugendlichen in Frankreich: ein besorgniserregender Anstieg und vielfältige Ursachen
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Asthma ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen. In Frankreich sind Millionen von Menschen betroffen, und die Krankheit beginnt oft schon in der Kindheit. Seit Anfang der 2000er Jahre zeigen Daten der öffentlichen Gesundheit, dass die Häufigkeit von Asthma bei jungen Menschen zugenommen hat und sich seither auf einem hohen Niveau gehalten hat.
Diese Entwicklung erklärt sich durch eine Kombination von Umweltfaktoren und Veränderungen des Lebensstils. Dabei spielt die Luftqualität – sowohl außen als auch innen – eine zentrale Rolle.
1) Entwicklung von Asthma bei jungen Menschen seit den 2000er Jahren
Nationale Schulumfragen, die von Santé publique France durchgeführt wurden, zeigen, dass zwischen Anfang und Ende der 2000er Jahre die Prävalenz von Asthma bei Kindern und Jugendlichen zugenommen hat.
- Im 4. Schuljahr (2007–2008) gaben etwa 14 % der Schüler an, in ihrem Leben bereits einen Asthmaanfall gehabt zu haben.
- Im 9. Schuljahr (2008–2009) erreichte dieser Anteil 16 %.
Diese Werte sind höher als die in früheren Erhebungen beobachteten, mit einem Anstieg von etwa 2 Punkten je nach Alter. Die jüngsten respiratorischen Symptome (Pfeifen, nächtlicher Husten, Atemnot) zeigten den gleichen Trend.
Bei jüngeren Kindern zeigt ein Vergleich zwischen 2005–2006 und 2012–2013 ebenfalls eine Zunahme der „lebenslangen“ Asthma-Prävalenz, die 2012–2013 etwa 11 % erreichte.
Seit Mitte der 2010er Jahre, auch wenn vergleichbare Prävalenzerhebungen seltener sind, zeigen die verfügbaren Indikatoren, dass Asthma bei jungen Menschen weiterhin sehr häufig ist, was bestätigt, dass es sich um ein nachhaltiges Problem der öffentlichen Gesundheit handelt.
2) Eine multifaktorielle Krankheit: die Schlüsselrolle der Umweltexpositionen
Das Inserm weist darauf hin, dass Asthma eine multifaktorielle Krankheit ist, die aus dem Zusammenspiel einer individuellen Prädisposition (genetisch, allergische Veranlagung) und wiederholten Umweltexpositionen resultiert.
Unter diesen Expositionen sind einige seit langem bekannt (Außenluftverschmutzung, Allergene), andere jedoch, insbesondere die im Zusammenhang mit der Innenraumluft, wurden lange Zeit unterschätzt.
3) Innenraumluft: Ein zentraler Faktor schon im jüngsten Alter
Eine täglich eingeatmete Umgebung
Kinder verbringen mehr als 80 % ihrer Zeit in geschlossenen Räumen: Wohnung, Schule, Kinderkrippe. Diese Exposition ist täglich, lang anhaltend und beginnt bereits in der frühen Kindheit.
Die Innenraumluft kann eine Mischung von Schadstoffen enthalten, die aus folgenden Quellen stammen:
- Baumaterialien und Möbel,
- Reinigungs- und Desodorierungsmittel,
- bestimmte Verbrennungen (Kochen, Heizen),
- Feuchtigkeit und Schimmel.
Unter diesen Schadstoffen nimmt Formaldehyd eine besondere Stellung ein.
4) Formaldehyd: Ein wichtiger Innenraumpollutant für die Atemwege
Formaldehyd ist eine weit verbreitete flüchtige organische Verbindung in Wohnungen. Es wird insbesondere emittiert durch:
- bestimmte Holzplatten und Möbel,
- Klebstoffe, Harze und Beschichtungen,
- Textilien, Haushaltsprodukte und Alltagsgegenstände.
Die französischen und internationalen Gesundheitsbehörden sind sich in mehreren Punkten einig:
- Formaldehyd ist ein Reizstoff für die Atemwege;
- Exposition kann respiratorische Symptome (Husten, Reizung, bronchiale Beschwerden) verursachen oder verschlimmern;
- bei asthmatischen oder empfindlichen Kindern kann es die Verschlimmerung von Asthma und das Auftreten von Anfällen fördern.
Die Anses weist darauf hin, dass Formaldehyd häufig in der Innenraumluft französischer Wohnungen gemessen wird und dass in einem Teil der Wohnungen Überschreitungen der gesundheitlichen Richtwerte beobachtet werden.
👉 Wichtiger Hinweis:
Formaldehyd wird nicht als alleinige Ursache von Asthma dargestellt, sondern als ein reizender Umweltfaktor, der zur Entstehung oder Verschlimmerung von Atemwegssymptomen bei chronisch exponierten Kindern beitragen kann.
5) Feuchtigkeit, Schimmel und andere Innenraumreizstoffe
Neben chemischen Schadstoffen hebt die Weltgesundheitsorganisation eine starke Verbindung zwischen übermäßiger Feuchtigkeit, Schimmel und Atemwegserkrankungen, einschließlich Asthma bei Kindern, hervor.
Diese Situationen, begünstigt durch unzureichende Belüftung oder Isolationsprobleme, sind im französischen Wohnungsbestand seit den 2000er Jahren weiterhin häufig.
Andere Innenraumpollutanten, wie Stickstoffdioxid aus bestimmten häuslichen Verbrennungen, können ebenfalls eine reizende Rolle spielen.
6) Außenluftverschmutzung und Allergene: zusätzliche Faktoren
Die Außenluftverschmutzung (Feinstaub, Stickstoffdioxid), insbesondere durch den Straßenverkehr, ist seit langem als ein verschärfender Faktor für Atemwegserkrankungen anerkannt.
Darüber hinaus ist Kinderasthma oft mit einer allergischen Komponente verbunden. Die Exposition gegenüber Hausstaubmilben, Pollen und Tierallergenen trägt zur Persistenz der Symptome bei, insbesondere in schlecht belüfteten Umgebungen.
7) Warum Maßnahmen zur Innenraumluft heute sinnvoll sind
Obwohl die Außenluft ein wichtiges kollektives Problem bleibt, stellt die Innenraumluft einen unmittelbaren und konkreten Handlungshebel dar:
- Kontrolle der Feuchtigkeit und ihrer Folgen (Schimmel),
- Verbesserung der Belüftung,
- Reduzierung der Schadstoffquellen,
- Begrenzung der Exposition gegenüber reizenden Substanzen wie Formaldehyd.
Die Reduzierung dieser Expositionen ersetzt niemals die medizinische Überwachung von Asthma, ist aber vollständig in eine Logik der Prävention und Reduzierung von Auslösern eingebettet, die bei Kindern besonders relevant ist.
Schlussfolgerung
Seit Anfang der 2000er Jahre hat Asthma bei jungen Menschen in Frankreich eine dokumentierte Zunahme erfahren, gefolgt von einem dauerhaft hohen Niveau. Diese Entwicklung resultiert aus einer Reihe von Umweltfaktoren, unter denen die Qualität der Innenraumluft und insbesondere die Exposition gegenüber reizenden Schadstoffen wie Formaldehyd eine wichtige Rolle spielt.
Maßnahmen zur Verbesserung der Innenraumluft bedeuten, einen täglichen, messbaren und vermeidbaren Faktor anzugehen, der im Mittelpunkt der modernen Atemwegs-Prävention steht.
Literaturverzeichnis
- Santé publique France. Évolution de la prévalence de l’asthme chez l’enfant en France : enquêtes nationales en milieu scolaire (2003–2008). BEH, 2014.
- Santé publique France. Augmentation de la prévalence de l’asthme chez le jeune enfant en France entre 2005–2006 et 2012–2013.
- Inserm. Dossier Asthme (mise à jour 2023).
- Organisation mondiale de la santé (OMS). Guidelines for Indoor Air Quality: Dampness and Mould, 2009.
- Anses. Valeurs sanitaires et données sur le formaldéhyde dans l’air intérieur.
- OQEI / CSTB. Campagnes nationales sur la qualité de l’air intérieur des logements en France.